Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
die Alkoholerkrankung bei Erwachsenen ist immer noch ein Tabuthema – obwohl sie zu den häufigsten Suchterkrankungen in Deutschland gehört. Alkoholkranke leiden unter der bestehenden Stigmatisierung seitens der Öffentlichkeit. Gleichzeitig gestehen sich viele Betroffene einen Alkoholmissbrauch selbst nicht ein. Ziel des Symposiums ist es daher, das Thema Alkoholerkrankung bei Erwachsenen auf die öffentliche Agenda zu setzen. Denn nur ein aktiver und offener Umgang mit der Erkrankung lässt die Gesellschaft Wege aus der Alkoholsucht finden, die nachhaltig und langfristig erfolgreich sind.
Initiator des Symposiums ist ein Team aus Wissenschaft und Praxis, das sich unter dem Dach der Oberberg Stiftung zu diesem Symposium zusammengefunden hat. Durch die tägliche Arbeit mit Alkoholkranken wissen wir um die Herausforderungen und Probleme in der derzeitigen Alkoholtherapie und setzen uns gerade deshalb für einen aktiven Umgang mit dem Thema ein. Im Mittelpunkt steht dabei die Diskussion individueller Behandlungsansätze, die auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sind und somit die Therapieerfolgsquote verbessern könnten.
In der Behandlung der Alkoholerkrankung stellt die Abstinenz nach wie vor das vorrangige Therapieziel dar. Vorteile liegen über Verminderung von Alkoholfolgeerkrankungen in der Verbesserung des Überlebens. Allerdings gelingt den meisten an Alkoholismus Erkrankten keine dauerhafte Abstinenz. Es stellt sich die Frage nach dem Umgang mit den aktuell diskutierten, an Schadensminimierung orientierten Therapiezielen.
Wir freuen uns auf eine lebendige Diskussion mit Ihnen!
Prof. Dr. med. Stefan Bleich
Dr. med. Edda Gottschaldt
Prof. Dr. med. Falk Kiefer
Prof. Dr. med. Götz Mundle
Prof. Dr. med. Jens Reimer





